Wie vermeiden Sie Überlastung und Schlupf bei Landwirtschaftsreifen während der Ernte?
Das stellt hohe Anforderungen an Landwirtschaftsreifen. Ein Reifendruck, der bei einer leeren Maschine passend ist, kann bei voller Beladung zu niedrig sein. Umgekehrt kann ein hoher Reifendruck für den Straßentransport auf dem Feld zu einer kleineren Aufstandsfläche und mehr Schlupf führen.
Deshalb müssen Belastung, Tragfähigkeit, Reifendruck und Geschwindigkeit gut aufeinander abgestimmt sein.
Dieser Artikel wurde von Gerrit Jonker verfasst
Gerrit Jonker ist Account Manager Landwirtschaft bei Profile Heuver und bereits seit 1983 in der Reifenbranche tätig. Darüber hinaus ist er Ausbilder bei VakMans, dem Schulungszentrum von Heuver. Mit seiner langjährigen Praxiserfahrung gibt er sein Wissen an Kunden und neue Fachkräfte weiter.
Feld und Straße erfordern unterschiedliche Reifendrücke
Auf dem Feld ist ein entsprechend niedriger Reifendruck vorteilhaft für die Aufstandsfläche und die Traktion. Auf der Straße sind die Geschwindigkeiten höher und ein höherer Reifendruck kann erforderlich sein, um eine zu starke Verformung und Wärmeentwicklung zu vermeiden.
Wenn Sie häufig zwischen Feld und Straße wechseln, kann eine Reifendruckregelanlage eine sinnvolle Lösung sein. Heuver bietet hierfür das Float-Control-Reifendruckregelsystem an, mit dem Sie den Reifendruck direkt aus der Kabine an den jeweiligen Einsatz anpassen können.
Vergessen Sie die Reifen am Erntewagen nicht
Wenn ein Traktor Schlupf hat, liegt die Ursache nicht immer bei den Traktorreifen. Ein schwer beladener Silagewagen oder Kipper, der tief einsinkt, verursacht einen höheren Rollwiderstand. Dadurch muss der Traktor mehr Zugkraft aufbringen und erreicht früher die Grenze der verfügbaren Traktion.
Kontrollieren Sie deshalb auch die Tragfähigkeit und den Reifendruck des gezogenen landwirtschaftlichen Geräts.
Implementreifen und Flotationreifen können dazu beitragen, die Belastung über eine größere Aufstandsfläche zu verteilen. Bei vielen Marken sind diese Reifen inzwischen auch in VF-Ausführung erhältlich. Nur einen breiteren Reifen zu montieren, reicht jedoch nicht aus: Auch Reifengröße, Felge und Tragfähigkeit müssen zur Maschine und zum jeweiligen Einsatz passen.
Heuver-Tipp: Gehen Sie von der Maschine aus, wie sie tatsächlich eingesetzt wird
Eine gute Reifendruckberatung beginnt beim tatsächlich eingesetzten Gespann: den montierten Reifen, Anbaugeräten, der Beladung, den Achslasten sowie den Geschwindigkeiten auf dem Feld und der Straße.
Heuver kann die Maschine oder das Gespann direkt vor Ort wiegen und auf dieser Grundlage eine Empfehlung zu Reifendruck und Tragfähigkeit geben. Dabei können auch die Reifenwahl und die Möglichkeiten von Float Control berücksichtigt werden.
Lassen Sie die Situation erneut beurteilen, wenn Sie beispielsweise einen größeren Wagen, ein anderes Anbaugerät oder eine schwerere Beladung einsetzen. Dies ist auch empfehlenswert, wenn sich Reifen stark verformen, auffällig schnell verschleißen oder der Schlupf immer wieder auftritt.
Während der Ernte kommt ein Stillstand nie gelegen. Wenn Belastung und Reifendruck bereits im Vorfeld richtig bestimmt werden, müssen Sie während der Arbeit weniger nach Gefühl nachjustieren.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Überlastung und Schlupf
Wie viel bar benötigt ein Landwirtschaftsreifen während der Ernte?
Dafür gibt es keinen festen Wert. Der richtige Reifendruck hängt von der Belastung pro Reifen, der Reifenausführung, der Geschwindigkeit sowie vom Einsatz auf dem Feld oder auf der Straße ab. Verwenden Sie immer die Tabelle des jeweiligen Reifenherstellers.
Welchen Reifendruck verwenden Sie auf dem Feld und auf der Straße?
Auf dem Feld ist ein entsprechend niedriger Reifendruck vorteilhaft für die Aufstandsfläche und die Traktion. Auf der Straße kann aufgrund der höheren Geschwindigkeit ein höherer Reifendruck erforderlich sein. Die genauen Werte hängen vom Reifen und vom beladenen Gespann ab.
Woran erkennen Sie zu viel Schlupf während der Ernte?
Die Reifen drehen deutlich durch, während die Maschine kaum schneller vorankommt. Auch tiefe Schlupfspuren oder Fahrspuren können auf zu hohen Schlupf oder einen erhöhten Rollwiderstand hinweisen.