Aus welchen Materialien besteht ein Reifen?

Natürlich denken Sie bei Reifen sofort an Gummi. Doch in Wirklichkeit ist es deutlich komplexer. Ein Reifen besteht nämlich aus Dutzenden verschiedener Bestandteile. Diese Bestandteile werden aus vielen unterschiedlichen Materialien hergestellt. Ein Reifen setzt sich aus mehreren Materialien zusammen, die jeweils eine spezifische Funktion erfüllen – wie Grip, Festigkeit, Luftdichtheit und Verschleißbeständigkeit. Lesen Sie hier, woraus Reifen hergestellt werden.
Aus welchen Materialien besteht ein Reifen?

Gummi als Basis eines Reifens

Nicht alle Gummisorten sind gleich. Unterschiedliche Arten besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Gummi bildet die Basis eines Reifens und bestimmt in hohem Maße Elastizität, Grip und Rollwiderstand. Deshalb werden in Reifen sowohl Naturkautschuk als auch synthetischer Kautschuk verwendet. Außerdem wird zu einem sehr kleinen Prozentsatz Butylkautschuk beigemischt. Insgesamt gibt es rund dreißig verschiedene Arten von Gummimischungen, die als Compounds bezeichnet werden.

In Reifen werden hauptsächlich Naturkautschuk und synthetischer Kautschuk eingesetzt – jeweils mit eigenen Eigenschaften und Einsatzbereichen.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Naturkautschuk und synthetischem Kautschuk

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Naturkautschuk und synthetischem Kautschuk:

Naturkautschuk Synthetischer Kautschuk
Sehr elastisch Weniger elastisch
Nicht vollständig luftdicht Besser luftdicht
Geringe Wärmeentwicklung und niedriger Rollwiderstand Besser hitzebeständig
Nicht gut geeignet für hohe Temperaturen Nicht gut geeignet für niedrige Temperaturen


Aufgrund dieser Eigenschaften wird in Winterreifen relativ mehr Naturkautschuk verwendet, da dieser auch bei niedrigen Temperaturen elastisch bleibt. In Sommerreifen kommt dagegen häufiger synthetischer Kautschuk zum Einsatz, da er hitzebeständiger ist.

Weitere Materialien in einem Reifen

Neben Gummi besteht ein Reifen aus verschiedenen zusätzlichen Materialien, die für Festigkeit, Schutz und Langlebigkeit sorgen.

Ein großer Teil des Reifens – etwa ein Viertel – besteht aus Füllstoffen. Dazu zählen beispielsweise Ruß und Silica. Diese werden eingesetzt, um die Gummimischung fest und steif zu machen. Silica verbessert den Grip auf nasser Fahrbahn, während Ruß vor allem zur Verschleißbeständigkeit und Festigkeit beiträgt.

Ölbasierte Weichmacher (Safe Oils, also nicht krebserregend) werden verwendet, um Härte und Steifigkeit des Reifens anzupassen.

Antidegradanten sind chemische Stoffe, die den Reifen vor Schädigung durch Sonnenlicht, Sauerstoff und Ozon schützen.

Gummi wird durch Zugabe von Schwefel vulkanisiert, wodurch die Mischung stärker und elastischer wird.

Stahldraht sorgt für eine stabile und luftdichte Verbindung zwischen Reifen und Felge.

Kunststoffe wie Polyester, Rayon, Glasfaser und Nylon werden eingesetzt, um den Reifen zu verstärken. Diese Materialien bilden zusammen die Karkasse des Reifens, die für Formstabilität und Tragfähigkeit sorgt.

Materialien und Reifenkonstruktion

Die ausgewählten Materialien und ihre Zusammensetzung bestimmen gemeinsam die Eigenschaften eines Reifens – zum Beispiel Komfort, Lebensdauer und Grip. Die Kombination aus Gummimischungen, Karkassenmaterialien und Füllstoffen unterscheidet sich je nach Reifentyp und Anwendung.

Weitere technische Erklärungen zu Reifenkonstruktionen finden Sie auch im Wissensartikel:
Unterschied zwischen Radial- und Diagonalreifen.

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